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Weniger Computer, mehr Foto: Warum No Fusion meine iPhone-Kamera ersetzt

Ich war ein wenig skeptisch, was die zahlreichen Versprechen der No Fusion Kamera-App hinsichtlich besserer RAW-Pipeline betraf (also der Verarbeitung der Rohdaten direkt nach der Aufnahme). Bis ich es dann einfach mal ausprobiert habe. Und ja, die Ergebnisse können sich sehen lassen!

Amerikanisches Auto vor Werkstatt geparkt

Was macht denn die No Fusion Kamera-App eigentlich so toll? Und wozu noch so eine weitere? No Fusion bietet verschiedenste Möglichkeiten, dem meist zu klinischen Look der Standard iPhone-Kamera-App entgegenzuwirken. Zudem kann ich mich als großer Fan schöner Bedienoberflächen an der angenehmen UI der App sehr erfreuen. Wer möchte, kann hier zwischen drei unterschiedlichen Themen wählen.

Üblicherweise durchläuft ein aufgenommenes Foto mit dem Smartphone enorm viele Schritte der Bildoptimierung, bis es auf dem Screen angezeigt wird. Manch einer nennt dies Computational Photography. Dunkle Bildbereiche werden aufgehellt, Kontraste angepasst, Farben knackiger dargestellt und am Ende nochmal die Schärfe nach oben bewegt. Um nur einen kleinen Teil zu nennen.

Klappt für viele Fotos recht gut, für genauso viele aber eben auch weniger gut. Zwar lassen sich bestimmte Parameter anpassen und dank Bildrezepten ein gewisser Look erzielen, ganz weg bekommt man diese Optimierungen aber leider nicht. Wer kennt sie nicht, die überzeichneten Himmel, Haut wie geglättet und Baumblätter, die wie gemalt aussehen.

Weniger Eingriff

Doch was machen eigentlich diese anderen Verarbeitungsschritte aus und welchen Einfluss haben sie auf das Endergebnis?

Ein wichtiger Punkt ist das reduzierte oder komplette Fehlen der Nachschärfung, was Fotos einen analogen Touch verleiht. Tiefe Schatten bleiben unangetastet und können sogar je nach Filmsimulation noch verstärkt werden. Farben werden nicht übersättigt und bleiben auf einem natürlicheren Level erhalten. Wer will, kann auch noch weitere analoge Effekte aktivieren wie Filmkorn, Vignette, Überstrahlen heller Bereiche und weitere.

Am Ende hat man dann noch die Wahl, ob die Kamera App RAW Daten oder HEIF Dateien ausgibt, je nachdem, wie umfangreich am Ende dann noch ins Bildmaterial eingegriffen werden soll und wieviel Platz man auf dem Gerät für Fotos zur Verfügung stellen kann.

Filmsimulationen und analoge Effekte

Die No Fusion App ist hier sicherlich nur ein Vertreter von mehreren, die sich dieses Problems annehmen. Leica geht mit ihrer Lux App einen ähnlichen und vor allem aber preislich ambitionierten Weg (Monatsabo 7,99 EUR). Dank der Leica App kam ich aber in Kontakt mit den Leica typischen Filmlooks wie Eternal oder Brass und war begeistert, wieviel Tiefe und Charakter sich plötzlich in den Fotos abbilden ließen. An Filmlooks mangelt es bei No Fusion ebenfalls nicht. Sollte es doch irgendwann langweilig werden, lassen sich hier weitere LUTs und Bildrezepte importieren.

Ist sie perfekt? Nein, sicherlich nicht. So belegt Apple Drittanbieter mit verschiedenen technischen Einschränkungen. Langzeitaufnahmen in der Nacht sind nur mit der Apple Kamera möglich, ebenso das Auslesen der vollen Sensor Megapixel, die bei manchen Funktionen in No Fusion leider auf 12 MegaPixel runterfallen.

Die iPhone-Kamera nimmt einem viele Entscheidungen ab. Bei No Fusion empfiehlt sich dagegen das Ausprobieren der verschiedenen Einstellungen, um zu den gewünschten Ergebnissen zu kommen. Sicherlich etwas, worauf man auch Lust haben möchte. Auch gibt es die App nicht kostenlos, sondern im Abo (9,99 EUR/Jahr) oder als Einmalzahlung (34,99 EUR). Ob für alle Arten der Fotografie dieser speziellere Look gewünscht ist, liegt natürlich zudem im Auge des Betrachters.

Die Ergebnisse von No Fusion überzeugen mich aktuell dennoch so sehr, dass die App nun meine Standard-Kamera-App auf dem Telefon ist. Wenngleich ich für Nachtaufnahmen weiterhin die Apple-Kamera verwende.

Zwischen Pixeln und Pfaden

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